Jamulus-Server

Jamulus Client

Vorwort:

Um Jamulus erfolgreich einzusetzen, solltet ihr euch ein wenig Zeit bei der Ersteinrichtung nehmen und ein wenig den Hintergrund verstehen. Für die Verwendung von Jamulus sind ein paar Voraussetzungen nötig. Die meisten Voraussetzungen beziehen sich darauf, die Latenz des Audiosignals, welches über die Internetleitung gesendet wird, so gering wie möglich zu halten, damit alle gleichzeitig singen und alle im Takt sind. Eine geringe Verzögerung ist unumgänglich, denn das Audiosignal benötigt nun mal etwas Zeit von jedem einzelnen von euch zum Server und das Gesamtsignal zu euch zurück. Eine Gesamtverzögerung von um die 60ms ist sehr gut, was einer 32tel bei 120BPM entspricht. Oder aber gemeinsames Singen bei 20 Metern Entfernung zueinander. Wir müssen mit ein paar wenigen Maßnahmen nur verhindern, dass die Latenz, also die Verzögerung, viel größer wird. Je nachdem was man „falsch“ macht, kann man recht schnell Latenzen von 100-200ms und mehr erzeugen, was gemeinsames Singen nahezu unmöglich machen würde.
Problematisch dabei ist zum Beispiel eine WLAN-Verbindung, mit dem fast alle normalerweise über den Router daheim mit dem Internet verbunden sind. WLAN gilt in dem Zusammenhang als sehr langsam. Es geht hier nicht um eine hohe Datenübertragungsrate, welches die meisten WLAN-Netze ja wie wir alle wissen gut beherrschen, sondern um die Zeit der Übertragung eines jeden Datenpakets in Millisekunden, die sogenannte Ping-Zeit. Normalerweise merkt man eine hohe Ping-Zeit bei den sonst üblich übertragenen Inhalten wie Webseiten, Fotos, Musik und Filmen nicht so stark, weil hier einfach größere Datenpakete versendet werden, diese dafür aber langsamer. Selbst bei Live-Übertragungen sind Latenzen von einigen Sekunden nämlich gar kein Problem. Beim gemeinsamen Musizieren müssen aber viele kleine Datenpakete versendet werden, damit die Übertragung so nah wie möglich in Echtzeit geschieht. Deswegen reicht hier WLAN nicht aus und wir müssen auf das gute alte LAN-Kabel setzen.

Für die Audioübertragung von Notebook zum Headset gelten ähnliche Regeln, kabelgebunden geht vor kabellos (z.B. Bluetooth), sonst ist es zu langsam.

Daher benötigt jeder einen kabelgebundenen Internetzugriff über ein LAN-Kabel sowie mindestens einen kabelgebundenen Kopfhörer oder noch besser ein kabelgebundenes Headset. Diese Maßnahmen helfen schon enorm, die Latenz einigermaßen gering zu halten.

Ich bin mir sicher, dass die meisten noch irgendwo einen kabelgebundenen Kopfhörer herumfliegen haben. Selbst ein altes iPhone-Headset (Klinkenstecker) tut hier seine Dienste ausreichend. Auch ein LAN-Kabel findet sich bestimmt bei vielen. Solch ein Kabel liegt auch notfalls immer bei einem Internetrouter vom Provider mit dabei, wenn auch recht kurz. Oder fragt mal im Bekanntenkreis nach.

Voraussetzungen:

Die Software Jamulus ist kostenlos und läuft auf Windows 10, Linux, macOS (MacOS X El Capitan v10.11 oder neuer) Eine kabelgebundene Internetverbindung. Das heißt ein LAN-Kabel zwischen Notebook und Router! Kein WLAN, kein Handy-Hotspot, kein Powerline-Adapter. Sonst gibt es Qualitätsprobleme in Form von Verzögerungen. Keine Lautsprecher verwenden um Rückkopplungen/Feedbacks zu vermeiden, sondern unbedingt Kopfhörer oder besser Headsets verwenden. Dabei auch auf kabelgebundene Geräte zurückgreifen, um die Latenz gering zu halten. Also keinen Bluetooth-Kopfhörer benutzen. Jamulus benötigt auf Windows-Systemen zwingend einen sogenannten ASIO-Treiber. Normale Soundkartentreiber sind nicht auf Geschwindigkeit optimiert. Der zusätzlich installierte ASIO-Treiber löst dieses Problem. Sollte man professionelle Audiobearbeitungsprogramme installiert haben oder gute Soundkarten verwenden, ist evtl. schon ein ASIO-Treiber an Bord. In den meisten Fällen wird man aber erst einmal solch einen Treiber installieren müssen. Der kostenlose ASIO4ALL-Treiber ist hier für viele die Lösung. Sollte man unsicher sein, am besten erst Jamulus installieren. Beim Start kommt eine Fehlermeldung, sofern kein ASIO-Treiber installiert ist. Dann kann man die Installation von ASIO4ALL immer noch nachholen.

Installation Jamulus

Die Software findet ihr unter den folgenden Links, dort ist auch ein Link

Installation auf Windows (https://jamulus.io/de/wiki/Installation-for-Windows) ASIO4ALL-Treiber für Windows (https://www.asio4all.org) Installation auf macOS (https://jamulus.io/de/wiki/Installation-for-Macintosh)


Empfehlung

Während du Jamulus verwendest, sollte kein anderer in deinem Netzwerk das Internet benutzen. Das heißt, dass du parallel z.B. keinen Videostream anschauen solltest, da sonst die Tonqualität massiv leiden kann.

Ersteinrichtung (Windows)

Schließe zunächst alle laufenden Programme, auch die die im Hintergrund laufen (in Windows in der Infoleiste neben der Uhr). So hat dein Computer so wenig wie möglich zu tun und vor allem versucht dann kein anderes Programm auf deine Soundkarte zuzugreifen. Zum Beispiel Konferenztools wie MS Teams oder Zoom laufen gerne im Hintergrund weiter und greifen noch auf die Soundkarte zu. Da Jamulus (bzw. der ASIO-Treiber) exklusiven Zugriff auf die Soundkarte benötigt, wird es sonst sehr wahrscheinlich zu Problemen kommen. Starte Jamulus Personalisiere Jamulus. Öffne dazu den Reiter „Ansicht" (obere Leiste) und klicke auf „Mein Profil…". Gib mindestens deinen Vornamen an, damit dich andere identifizieren können.

Nimm nun die Audio-Konfiguration vor. Wähle dazu „Einstellungen" und dann „ASIO-Geräte-Einstellungen".

Wähle unten rechts das Schraubenschlüssel-Symbol (je nach Version auch ein Zahrad), um die erweiterten Einstellungen zu öffnen. Klappe links per Klick auf „+" die Audio-Geräte auf. Sollte hier mehr als ein Eingabe-Gerät (meist gekennzeichnet als „Mikrofon", oder „In") und ein Ausgabegerät (meist gekennzeichnet als „Headphone" oder „Out") angezeigt werden, musst du dich für jeweils ein Gerät entscheiden und alle anderen Geräte per Klick auf den „Powerbutton" neben dem Gerät deaktivieren. Sollte sich beim Test herausstellen, dass du nichts hörst, oder dein Mikrofon nicht funktioniert, solltest du zunächst hier die anderen Geräte testen. Wichtig ist, dass du nur ein Eingabe und ein Ausgabegerät aktivierst.

Schließe nun die Konfigurationsdialoge. Klicke nun in Jamulus auf „Verbinden". Normalerweise gibst du nun vor den Proben bei der Serveradresse deinen gemieteten Jamulus-Server ein (z.B. ensemble.jamulus-server.de). Da dieser jedoch nur zu abgesprochenen Zeiten erreichbar ist, solltest du zunächst mit einem frei verfügbaren Server deine Audioeinstellungen prüfen. Wähle einen beliebigen Server aus, auf dem sich bereits andere Musiker befinden, und klicke auf „Verbinden".

Wenn du nun über deinen Kopfhörer die anderen Musiker hören kannst, sind die Einstellungen des Kopfhörers korrekt. Andernfalls überprüfe die Steckverbindungen und die ASIO4ALL-Einstellungen.

Teste nun dein Mikrofon. Am besten machst du das, indem du mit dem Finger darauf tippst und den Eingangspegel checkst.

So kannst du ausschließen, dass das falsche Mikrofon verwendet wird. Zum Beispiel wenn du ein Headset verwendest, gerade aber das Mikrofon vom Notebook aktiv ist. Sollte kein Eingangspegel angezeigt werden, prüfe die Steckverbindungen und die ASIO4ALL-Einstellungen. Wenn du singst, sollte sich bei lauten Passagen der Eingangspegel im gelben Bereich befinden. Wenn der Pegel zu hoch oder niedrig ist, solltest du die Lautstärke in den Windows-Einstellungen ändern. Klicke dazu mit der rechten Maustaste auf das Lautsprechersymbol in der Windows-Infoleiste neben der Uhr und wähle „Sounds". Klicke auf die Registerkarte „Aufnahme", wähle das richtige Mikrofon aus (ebenfalls Eingangspegel checken) und wähle „Eigenschaften". Gehe auf die Registerkarte „Pegel“ und erhöhe über den oberen Schieberegler die Lautstärke. Sollte es immer noch zu leise sein, kannst du auch unten die Mikrofonverstärkung erhöhen (Achtung: pro 10dB erhöhst du hier um die doppelte Lautstärke). Bestätige die Dialoge mit „OK" und überprüfe das Ergebnis in Jamulus.

Wenn du die anderen Musiker hörst und der Eingangspegel des Mikrofons stimmt, bist du mit der Konfiguration fertig.

Den oben beschriebenen Audio-Test solltest du vor jeder Probe mit einem freien Server durchführen, damit die Probe direkt starten kann, ohne dass jeder noch seine individuellen Soundeinstellungen vornimmt. Spätestens beim zweiten Mal geht alles schneller, da die Einstellungen ja bereits gesetzt sind und du dann weißt, worauf es ankommt.

Um dich für die Proben mit dem gemieteten Jamulus-Server zu verbinden, gebe unten rechts bei Serveradresse die dir genannte jamulus-server.de Adresse ein (z.B. ensemble.jamulus-server.de) und klicke auf „Verbinden".

Kurze Checkliste vor den Proben:

  • Alle Programme schließen (auch Hintergrundanwendungen wie Zoom, die auf die Soundkarte zugreifen)
  • Headset oder Kopfhörer & Mikrofon anschließen
  • Jamulus starten
  • Mit freiem Server verbinden und Mikrofon und Kopfhörer überprüfen
  • Mit deinem jamulus-server.de (z.B. ensemble.jamulus-server.de) verbinden.
  • Gemeinsam Musik machen

Fehlerbehebung:

Solltest du den ASIO4ALL-Treiber verwenden, kann es bei manchen Rechnern vorkommen, dass nach Verwendung von Jamulus der Sound vom Rechner temporär in anderen Anwendungen nicht mehr funktioniert. Dieses Problem behebt sich meist nach kurzer Wartezeit von selbst.

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Über uns

Wir sind ein kleines Unternehmen, spezialisiert auf Jamulus-Server.


André Moißl
Jamulus-Server.de
Hufelandstraße 48
51061 Köln
info@jamulus-server.de

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